Grüezi Herr Pfarrer

Dies ist ein Teil eines Briefes an den Pfarrer, der die Rede an der Beerdigung einer mir weit enferten, aber sehr lieben Tante, gehalten hatte. Die Beerdigung fand am Freitag, 26.6.2020 statt.

 

Lieber Herr Pfarrer

 

...........Auch ich bin Katholikin, aber eigentlich nur noch auf dem Papier. Ich habe mich schon länger von der Kirche abgewendet, bezahle aber im Sinne der «Sozialleistung» weiterhin die Kirchensteuer. Wissen Sie, das gibt einen ganz einfachen Grund: Die Kirche ist männlich. Vielleicht sagen Sie jetzt, «ja, das ist (mir) bekannt» oder so…Gerne möchte ich aber ein bisschen tiefer drauf eingehen.

 

Während den Schwangerschaften mit meinen Kindern ist viel mit mir passiert. Ich habe das Frausein erlebt. Es ist eine wundervolle Gabe, ruhig und gelassen sich auf eine freudvolle Geburt vorzubereiten. Ich habe mich sehr mit den medizinischen Verfahren und der Geburtsarbeit des weiblichen Körpers auseinandergesetzt und erkannt, dass sogar die Geburtsidee heute vermännlicht ist. Das ist keine Anschuldigung - Sie werden gleich sehen, auf was ich hinaus möchte.

 

Während der 2. Und 3. Geburt Zuhause habe ich das absolute Sein kennengelernt. Das Sein, das einfach ist und zu dem nichts hinzugefügt, resp. nichts weggenommen werden muss. Der Körper macht einfach, wenn man ihn nur lässt. Er ist einfach da und der Verstand ist sehr ruhig, Gedanken sind unwichtig. Ich habe bei beiden Geburten die Schöpferkraft durch mich hindurcharbeiten erlebt. Es war heftig, auflösend, bejahend, eröffnend und wunderschön. Diese immense Schöpferkraft, das war ein absolut göttlicher Zustand. Aus diesem Erlebnis heraus, dass ich erfahren habe, dass Gott keine Person ist (war sie noch nie, wurde mir aber so idealisiert), sondern ein Zustand von einfach SEIN, ist mir vieles bewusst geworden. Diese Erfahrung dieses Zustandes habe ich schon ein paar Mal gemacht, nämlich immer dann, wenn bei einer sich wiederholenden, erlernten Tätigkeit, einem Autounfall oder in riskanten Momenten der Verstand ausgesetzt hat und nur noch das absolute Sein übernommen hat. Einmal ist fast ein Kind von mir überfahren worden. Ich habe die Welt gestoppt, alle Autos, alle Blätter an den Bäumen, alle Insekten, einfach alles stand still, damit das Kind unversehrt über die Strasse kommen konnte. Die Autofahrer haben erst dann gesehen, dass sie wegen einem Kind angehalten haben. Da habe ich auch diesen göttlichen Zustand erlebt. Ehrlich, in diesem Moment wäre es völlig ok gewesen, wenn mein Kind gestorben wäre. Es war einfach alles gerade so wie es gerade war, unnötig zu wissen, ob man da oder dort ist. Es WAR einfach.

 

Irgendwann begann ich die Bibel nochmals von vorne zu lesen mit der Idee, dass Gott eben ein Zustand ist und keine Person. Jetzt machte auch einiges mehr Sinn. Aber eben war da keine Basis – wie Sie vielleicht meinen mit «es fehlt eine Philosophie, eine Grundstruktur oder ein Grundgedanke». Ich muss Ihnen sagen, es gibt keinen, denn….

 

Was war zuerst? Das Huhn oder das Ei? – Es war nie der Hahn.

 

Weshalb braucht es eigentlich diese Frage? Und was ist denn nun das Huhn, resp. das Ei? Sie sind nämlich ein- und dasselbe – sie sind EINS. So wie Mütter und ihre Kinder EINS sind. Aus ihnen heraus entstehen Frauen und Männer. Somit sind wir alle verbunden über die Gebärmütter. Die Materie ist die Gebärmutter, der Heilige Geist, resp. die Heilige Geistin die Schöpferkraft. Die Antwort kann nie lauten: Der Hahn war zuerst, denn er kann nicht gebären. Da war nie ein männlicher Gottvater, da war nur die Allmutter, aus der heraus die Schöpferkraft entstand. Aus einem Gottvater kann keine Schöpferkraft entstehen. Ein männliches Geschöpf kann nicht gebären. Vielleicht tönt es jetzt nach «die Frauen wollen alles weiblich machen» - das wäre auch egal, wenn die ganze Vermännlichung eine Philosophie hätte. Hat sie aber nicht, weil es nicht der Natur entspricht. Die Natur ist weiblich und sie gebirt immer und immer wieder. Das Männliche ist nur ein Teil daraus. Deshalb kann die vermännlichte Kirche nie überleben, wenn sie das Weibliche in jeder Form (Heiligsprechung, Geburten, Sexualität etc.) ablehnt.

 

Jesus war, so denke ich, auf jeden Fall real auf der Welt. Er war erleuchtet. Er hat, und so lese ich es heute auch, in diesem göttlichen Zustand gelebt, den unzählige Menschen, wie ich selbst, auch immer wieder mal erlebe. Dieser Zustand erlangt man, zum Beispiel bei einem aussergewöhnlichen Ereignis, einem Unfall, bei starken Schmerzen, bei der natürlichen, kraftvollen, weiblichen Geburt oder auch in der Hypnose.

 

Klar, dieser Zustand kann auch Angst machen!

 

Heute bin ich der festen Überzeugung, dass dieses automatische Einsetzen dieses hypnotischen, eben göttlichen Zustandes bei der Geburt, die Ursache für die Verteufelung der Frauen, Hebammen und Kräuterkundigen und des weiblichen Seins ist, und das Wissen darüber deshalb systematisch untergraben wurde. (Du musst unter Schmerzen gebären, Wehen = Weh machen…)

 

Nun, das ist keine Anschuldigung gegen die Kirche, resp. gegen die Männer, die vor 2`000 Jahren auf der Idee Jesu eine Institution gegründet haben, sondern es geht nochmals ein Stück weiter. Wenn die Kirche wieder an Attraktivität gewinnen möchte, dann predigt sie am Besten die männlichen UND die weiblichen Aspekte. So wie Sie es gerade an der Beerdigung gehuldigt haben: nämlich für andere da zu sein, zu dienen.

 

Zu den weiteren weiblichen Aspekten gehört ua.: im Flow sein (Fliessen lassen, Geburt gehört ins Element Wasser), Kreativität (schöpferisch tätig sein), Genuss der ausgeglichenen Sexualität (Selbstvertrauen stärken für Frau und Mann), Beobachten (zb. Kinder im Flow, in ihren Projekten), Ideen verwirklichen und Projekte kreieren (gebären), alles gelassen und entspannt, Gesundheit und vor allem die Hingabe leben. Die Gabe, sich dem hinzugeben, was gerade ist. Verbindung aufbauen.

 

Der Kirche fehlt die Verbindung zum Weiblichen.

 

Solange die Kirche von einem Gottvater spricht, der ganze Völker unter Angst getrimmt, gemordet und vergewaltigt hat, solange wird sich jedes Kind von der Kirche abwenden. Wir wollen Verbindung und das kann nur über das göttlich Weibliche erfahren werden – über die Gebärmutter und der heiligen Geistin. Amen.

 

Anerkennt die Frauen in der religiösen Geschichte. Mutter Maria war nicht die Gottmutter. Gott hat keine Mutter, es ist ein Zustand. Maria war Jesus` Mutter, die Schöpferin eines Menschen, der im absoluten SEIN lebte. Magdalena war seine absolut grosse Liebe, so wie wir sie auch immer mal wieder erfahren. Magdalena hat in einem Frauenhaus gelebt, kein Hurenhaus. Sie war die 13. Jüngerin. Die Zahl 13 ist die erste Zahl nach der Ordnung. Sie ist Liebe und Liebe ist nichts anderes als Chaos. Wenn das Weibliche wieder in der Kirche Einzug halten darf, dann hat die Kirche Überlebenschance, wenn nicht, wird sie ein sinkendes Schiff. Wenn die Kirche ihr Geld gut investieren möchte, dann investiert Sie in dieses uralte Wissen. Stärkt mit einem Fond zum Beispiel die Hebammen, die grossartige Frauenarbeit leisten. Denn wir alle Menschen bestehen aus Magdalena und Jesus, aus Adam und Eva.

 

Ich könnte jetzt weiterphilosophieren. Doch, ich hoffe, Sie haben es verstanden. Wenden Sie sich beiden Aspekten zu, dann werden Sie auch Schäfchen haben.

 

Haben Sie gesehen, dass sich während der Rede ein schwarzer Schmetterling auf Agnes` Sarg gesetzt hat und sich nachher kreisend über unseren Köpfen wegbewegt hat. Auch war kurz vor Beginn der Beerdigung ein schwarzer Marienkäfer auf dem Jacket von M.M. gelandet. Schwarz als Farbe der Transformation und des alten Mütterlichen..................

 

Herzlichst,

Carmen Klatt-Reinecke

Hypnose-Therapeutin und Geburtsvorbereiterin

Aus Bern CH

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